Der Vater der Türken Kemal Atatürk
Mustafa wurde 1881 in Saloniki (damals ein Teil des Osmanischen Reichs) als Sohn von Ali Riza Efendi (Vater) und Zübeyde Hanim (Mutter) geboren. Als Atatürk fünf Jahre alt war, ging er auf die Militärschulen in Saloniki und Monastir, Zentren des antitürkischen, griechischen und slawischen Nationalismus. Ab 1899 besuchte er die Militärakademie in Istanbul, die er im Januar 1905 als Hauptmann abschloß. Dort wurde ihm von seinem Lehrer Mustafa der zusätzliche Name "Kemal"
verliehen, um "... einen Unterschied zwischen uns beiden zu haben ...".
Wegen seiner Aktivitäten in der geheimen Jungtürkenbewegung, die sich gegen die autokratische Regierung des Osmanischen Reiches richtete, wurde Mustafa Kemal in Syrien stationiert, was praktisch einem Exil gleichkam. Dort gründete er 1906 die geheime Vaterlands- und Freiheitsgesellschaft.
Nachdem er im darauffolgenden Jahr nach Saloniki versetzt worden war, schloß er sich dem Komitee für Vereinigung und Fortschritt (KVP) an, das für die Jungtürkenrevolution im Juli 1908 verantwortlich war.
Mustafa Kemal wurde im November 1911 zum Major befördert und kämpfte in Libyen gegen Italien (1911-1912)- Schlacht um Tripolis.
Während der Balkankriege (1912-1913) organisierte er die Verteidigung der Dardanellen und wurde im Oktober 1913 Militärattaché in Bulgarien. Während des I. Weltkrieges, in dem die Türkei an der Seite Deutschlands kämpfte, machte sich Mustafa Kemal militärisch in der Gallipoli-Kampagne (1915) einen Namen, wo er bei der Abwehr der Alliierten eine entscheidende Rolle spielte. Danach diente er im Kaukasus und in Syrien. Dort gab man ihm kurz vor Unterzeichnung des Waffenstillstands im Oktober 1918 das Kommando über eine Spezialeinheit der Armee.
Nach der türkischen Niederlage im 1. Weltkrieg wurde das Land durch den
Vertrag von Sevres, den die Sultansregierung am 10. Juni 1920 unterzeichnete,
von den Allierten schonungslos aufgeteilt. Ostthrakien und weite Teile
der Ägäisküste sollte an die Griechen gehen, Mittelmeergebiete
wurden den Italienern zugesprochen, Teile des Südostens Frankreich.
Istanbul und die Meerengen wurden internationalisiert und standen unter
britischer, französischer sowie russischer Bewachung. Weiterhin entstand
in Ostanatolien ein armenischer Staat und in der Gegend um das heutige
Diyarbakir war eine autonome kurdische Region geplant. Die Türkei
war durch diesen Vertrag vollständig am Boden zerstört worden,
lediglich Zentralanatolien blieb weitestgehend unberührt.
Als er nach Istanbul zurückkehrte, beobachtete Mustafa Kemal mit Sorge, wie die alliierten Siegermächte die Aufteilung Anatoliens vorbereiteten.
Diese verheerende Situation schaffte die Grundlagen für den Aufstieg des Mustafa
Kemal, der den Widerstand gegen die Allierten organisierte und das kriegsmüde, demoralisierte Volk mobilisierte, indem er an ihren Stolz und Nationalismus
appellierte. Weite Teile des Landes wurden zurückerobert. Am 30.
August 1922 gelang der entscheidende Durchbruch bei Dunlumpinar gegen
die Griechen - dieser Tag ist noch heute als Tag des Sieges "zafer
bayrami" ein Nationalfeiertag. Schliesslich wurden die Griechen völlig
geschlagen und am 09. September 1922 aus Izmir in die Ägäis
zurückgeworfen. Die Allierten erkannten, dass die Bedingungen des
Vertrags von Sevres nicht zu halten waren. Am 24. Juli 1923 wurde der
Vertrag von Lausanne unterzeichnet, der die Souveranität der Türkei
in ihren heutigen Grenzen anerkannte.
Nachdem Mustafa Kemal mit der Bedrohung von außen fertiggeworden war, konnte er sich der inneren zuwenden, die von den konservativen Kräften um den Sultan ausging.
Am 1. November 1922 wurde das Sultanat abgeschafft und am 29. Oktober 1923 die Republik ausgerufen; Mustafa Kemal wurde ihr erster Präsident. Der Ehrentitel "Atatürk" wurde ihm während seiner Präsidentschaft verliehen.
In der Folgezeit leitete Mustafa Kemal zahlreiche Reformen ein, die das Land
in die europäische Moderne führen sollte. Um nur einige
Beispiele zu nennen: Das Kalifat wurde abgeschafft; der Fez und religiöse Kleidung
verboten; eine strikte Trennung zwischen Religion und Staat beschlossen;
bürgerliche Gesetze und die türkische Sprache eingeführt; das arabische Alphabet abgeschafft;
Ehen, die nur in religiöser Form geschlossen waren, wurden für ungültig
erklärt.
Der Kemalismus besteht aus 6 Prinzipien:
- dem Nationalbewußtsein: Erhalt der nationalen Souveranität
- Laizismus: Trennung zwischen Staat und Religion
- Republikanisches System: Begründung
der türkischen Republik
- Mobilisierung des Volkes: Motivierung jedes Bürgers
- Reformierung: Modernisierung des Landes
- Etatismus: Lenkung des Wirtschaftssystems durch den Staat
Atatürks vorrangiges Ziel war es, sein Volk vor Erniedrigungen zu bewahren und die Türkei in eine moderne Nation des 20. Jahrhunderts umzuwandeln. Dieses Ziel verfolgte er mit absoluter Entschlossenheit und mit politischem Gespür. Sein vielleicht wichtigster Wesenszug war der politische Realismus. So konnte Atatürk seine Reformen ohne verheerende Abenteuer durchführen und die Türkei in Frieden mit ihren Nachbarn leben. Atatürk verstarb in Istanbul am 10. November 1938
Eine bekannte modern-islamische Frau sagte treffend im Fernsehen: "Es ist peinlich, wie die Türkei um eine Aufnahme in die Europäische Union bittet und die EU immer neue 'Begründungen' erfindet, um die Türkei abblitzen zu lassen.
Wenn Kemal Atatürk noch leben würde, dann wäre es die EU, die die Türkei bitten würde, EU-Mitglied zu werden. (Anmerk.: Die Frau hat recht!!!)
s.a. = (>>> Der Türkische Befreiungskrieg <<<)
s.a. = (>>> 'Graue Wölfe' <<<)
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