Der Marshallplan-Schwindel und die Zukunft Europas

Die deutschen Politiker der etablierten Parteien überbieten sich immer wieder in Dankesbezeugungen und rühmen die US-Hilfe als die "Initialzündung" für das anschließende deutsche Wirtschaftswunder. Die Wirklichkeit sieht jedoch ganz anders aus. Einmal liefen die Zahlungen für Deutschland im Gegensatz zu denen für die anderen westeuropäischen Länder erst 1949 an, zum anderen wurde damals noch viel mehr von den Siegern aus Deutschland 'entnommen', als im Marshallplan gegeben. Ausserdem mußte Deutschland als einziges Land alle Gelder hochverzinst zurückzahlen, so daß die USA daran sehr gut verdienten.

Inhalt des Marshallplans:
Die USA verfolgt mit dem Plan 4 Ziele
  1. Europa als grosser Absatzmarkt für US-Produkte.
  2. Verhinderung, daß Westeuropa in den Einflußbereich der Sowjetunion gerät (antiamerikanische Stimmung auf Grund der Bombardierung der Zivilbevölkerung).
  3. Aufbau Westdeutschlands zu einem Puffer gegen die sowjetische Expansionspolitik.
  4. Erleichterung der pro-amerikanschen Umerziehung und Aufbau eines westeuropäischen Militärblocks als 'US-Kanonenfutter' gegenüber der UdSSR (s. NATO).
A. Die Leistungen des Marshallplans für Westdeutschland (BRD)

Im Rahmen des sogenannten Marshallplans wurden nach Westdeutschland als Kredit in den Jahren 1949 bis 1952 = 1,4 Mrd.$ (rund 6,4 Mrd. DM) gegeben. Andere westeuropäische Länder erhielten schon ab 1947 weit mehr und als Geschenk, ganz Europa rund 12 Mrd. $. Nur Deutschland mußte die Gelder zurückzahlen. Dieser Kredit an Westdeutschland wurde aufgrund des Londoner Schuldenabkommens vom 12. Februar 1953 mit Zins und Tilgung bis 1962 in Höhe von 13 Mrd. DM (!!!) zurückgezahlt.

Diese 13 Mrd. DM sollten, nach dem Londoner Schuldenabkommen, auch der Rückzahlung von sogenannten ›Gario‹-Mitteln dienen, die für Lebensmittelhilfen an die Westzonen in den Hungerjahren 1945 bis 1948 von den Besatzern gezahlt worden sein sollen. Angeblich haben in diesen Jahren - also vor dem Marshallplan - die Westalliierten ›Wirtschaftshilfe‹ (Nahrungsmittel) in Höhe von 3,386 Mrd. Dollar an Westdeutschland geleistet [1]. Es lässt sich aber nachweisen, daß es sich bei den ›Gario‹-Mitteln um einen gigantischen Betrug der Engländer und Amerikaner handelt. Selbst Ludwig Erhard, Bundeswirtschaftsminister ab 1949, schreibt in seinem Buch Deutschlands Rückkehr zum Weltmarkt, daß es von deutscher Seite keinerlei Bestätigung für diese angebliche Lebensmittelhilfe gibt.

daß die alliierten Angaben zu den ›Gario‹-Mitteln nicht stimmen können, lässt sich leicht errechnen. Beim damaligen Weizenpreis von rund 60 $ für die Tonne hätte man damit 55 Mill. Tonnen Weizen kaufen können. Die Westzonen (später BRD) hatten damals 40,45 Mill. Einwohner. 55 Mill. Tonnen Weizen hätten also für jeden Bürger der Westzonen rund 1200 kg bedeutet, eine Menge, die für dreieinhalb Jahre für jeden Westdeutschen 1 kg Weizen je Tag (= rund 4000 Kalorien) ergeben hätte. 1400 Kalorien waren uns aus eigenen Beständen (Reichsnährstand [2]) noch möglich gewesen; das heisst, es hätten für jeden Einwohner rund 5400 Kalorien je Tag - also die Ration für einen Schwerstarbeiter - zur Verfügung stehen müssen. In Wirklichkeit gab es in den Westzonen aber nur 1000 bis 1400 Kalorien, die vom Reichsnährstand sichergestellt waren. Die angebliche ›Gario‹-Hilfe ist also nie in Deutschland angekommen.

Dennoch wurde diese angebliche Hilfe beim Londoner Abkommen mit dem Marshallplan ›verrechnet‹. Die Bundesregierung (unter Helmut Kohl) veröffentlichte in einem ganzseitigen Demuts- und Dankbarkeitsartikel in völliger Verzerrung der Wirklichkeit unter anderem [3]:

»… Einmalig in der Weltgeschichte: Amerikas Staatskasse und die Vorratslager öffneten sich dem in Trümmern liegenden ›Feindstaat‹ (»Feindstaat« = Jahre nach Kriegsende? »In Trümmern liegend« statt völkerrechtswidrig durch alliierte Bomben zerstört, d.V.) Bundeskanzler Kohl in seiner Dankrede: ›Wir Deutsche werden das niemals vergessen… danke Amerika.‹ Es gibt kein anderes welthistorisches Beispiel, in der die siegreiche der besiegten Nation so großzügig aufgeholfen und sie dabei unterstützt hat, in den Kreis der Völker zurückzukehren… Westdeutschland erhielt rund 3,3 Milliarden Dollars aus US-Hilfen.«

Dagegen steht die Tatsache, daß Deutschland das einzige Land war, das die ›Marshallplan-Hilfe‹ zurückzahlen mußte und zurückgezahlt hat. Daher ist die Behauptung, die angebliche Marshallplan-Kredithilfe in Höhe von 6,4 Mrd. DM sei ein ›Geschenk‹ der USA gewesen, eine Lüge Bonner Politiker. Aus dieser Lüge wurde bekanntlich die weitere Lüge abgeleitet, daß aus diesem - angeblichen Geschenk der ERP-Kreditfonds gebildet worden sei, aus dessen Rückzahlungen und Zinsen der heutige Fonds in Höhe von 23 Mrd. DM - verwaltet von der bundeseigenen Kreditanstalt für Wiederaufbau - als amerikanisches ›Geschenk‹ nach wie vor der deutschen Wirtschaft zugute komme: »Er dient vor allem der Mittelstandsförderung und ist eine wichtige Finanzquelle für den Aufbau Ost.« [4]