Die wichtigsten Wirkstoffgruppen

Alle Pflanzen sind nützlich. Bösartige Giftpflanzen gibt es nicht. Paracelsus prägte den Lehrsatz: 'Alles ist Gift. Allein die richtige Dosis macht's.' Jede Pflanze kann die Gesundheit fördern oder beeinträchtigen. Nun zu den Wirkstoffgruppen in den Pflanzen:

Glykoside (griechisch: glykos = süss) sind Verbindungen von Pflanzenzucker mit zuckerfremden Bestandteilen. Bekannt sind z.B. die herzwirksamen Glykoside, die aus dem Adonisröschen, dem Maiglöckchen, Fingerhut oder Nieswurz gewonnen werden.

Ätherische Öle verflüchtigen sich ohne Rückstand. Sie werden durch Wasserdestillation gewonnen. Da die Öle wasserunlöslich sind, müssen sie in Alkohol, Ölen und Fetten aufbewahrt werden. Die meisten Öle sind bakterienhemmend oder -tötend.

Alkaloide sind komplexe Verbindungen, die erregend,abregend oder heilend körperliche oder seelische Vorgänge beeinflussen. Wegen ihrer kräftigen Wirkung müssen diese Drogen sorgfältig dosiert werden. Viele dieser Stoffe sind uns bekannt; nachfolgend einige Typen der Alkaloide:

Aconitin: aus dem Eisenhut = Herz- und Nervenmittel.
Atropin: aus der Tollkirsche = Antispasmodikum.
Chelidonin: Schöllkraut = beruhigend, galletreibend (Warzenmittel).
Ephedrin: Meerträubel = Allergien, Schleimhautschwellungen, schlafhemmend, asthmaberuhigend (bekannt als Mormonentee).
Koffein: Kaffeestrauch, Mate, Guarana, Kolanuss = harntreibend, Anregung des zentralen Nervensystems.
Kodein: Mohn = schmerzbetäubend, hustenberuhigend (über den Hirnstamm).
Kurare: Strychnosrinde = muskellähmendes Gift (indianischer Blasrohrjäger).
Nikotin: Tabak = pulsbeschleunigend, blutdruckerhöhend, Insektengift.
Morphin: Mohn = schlafgebend, schmerztilgend. Quinin: Chinchona-Rinde = schmerzlindernd, fiebersenkend, Malariamittel.
Scopolamin: Nachtschatten = dämpfend auf das zentrale Nervensystem.