Adonisröschen (Adonis vernalis)
Volkstümliche Namen: Teufelsauge, Feuerröschen. Herkunft: heimisch in Ost- und Südeuropa.
Ein Hahnenfussgewächs, das an sonnigen Hängen und in Kiefernwäldern wächst. Die Pflanze wird 15 bis 30 cm hoch und ist mit einem kräftigen Wurzelstock im Boden verankert, der zahlreiche Nebenwurzeln bildet. Aus dem Wurzelstock entspringen mehrere runde Stengel, mit zahlreichen Laubblättern, die drei- bis vierfach gefiedert sind. Eine grosse, goldgelbe Blüte (bis zu 7 cm im Durchmesser) krönt die Blühstengel.
Wirkstoffe: Über 20 herzwirksame Glykoside (Adonitoxin, Cymarin u.a.) und Harz. Angew. Pflanzenteil: Adonidis herba = Adoniskraut. Anwendung: Alkoholauszug (Tinktur), weil die meisten Wirkstoffe nur in Alkohol löslich sind. Einnahme nur in homöopathischer Verdünnung.
Wirkung/Einsatz: Kreislaufunterstützung bei Infektionskrankheiten, bei vorübergehenden oder dauernden Störungen des Herzmuskels oder der Herzklappen, bei Schilddrüsenüberfunktion, Lungenentzündung, Wassersuchtgefahr, Prostataleiden; erweitert die Herzkranzgefäße; wegen der zentral-beruhigenden Wirkung wird Adonis bei funktionellen Herzbeschwerden, die von Unruhezuständen begleitet sind, eingesetzt (u.a. bei Angina pectoris). Nebenwirkungen: keine bekannt; bei unsachgemässem Umgang können Reizungen des Magen-Darm-Kanals, Herzrhythmußtörungen, Übelkeit und Erbrechen auftreten.
Bemerkungen: Nach einer griechischen Sage (phönizischen Ursprungs) war der schöne Jüngling Adonis der Geliebte der Göttin Aphrodite (Schönheit, Liebe, Fruchtbarkeit). Der eifersüchtige Kriegsgott Ares ließ seinen Rivalen Adonis durch einen Eber töten. Aphrodite veranlaßte, daß aus dem Blut des Adonis eine wunderschöne Blume wuchs = das Adonis-Röschen.
Die Pflanze steht unter Naturschutz. Sie wird oft als Beimischung für Herz- und Kreislauf-Tees eingesetzt. Die digitalisähnlichen Wirkstoffe der Pflanze werden oft anstelle von Digitalis und Strophantin benutzt (bei Überempfindlichkeiten gegen diese Stoffe). Sie sind weniger giftig als die Digitalisstoffe aus dem Roten und Gelben Fingerhut. Die Wirkstoffe des Adonisröschens sind überaus empfindlich. Ohne besondere Konservierung können sie nicht über längere Zeit aufbewahrt werden. In der Praxis kommen Vergiftungen kaum vor. Denn die Digitalis-Glykoside des Adonisröschens werden vom Körper relativ schnell wieder ausgeschieden, so daß es zu keiner Aufpfropfung kommen kann.
Anwendung nur in homöopathischer Verdünnung bei Herzkrankheiten (anstelle von Strophantin). Als Urtinktur (3x täglich 15 Tropfen) bei Lungenentzündung; bei Störungen des Herzmuskels und der Herzklappen, besonders wenn Wassersucht-Gefahr besteht; auch wenn die Beschwerden mit Rheumaschmerzen verbunden sind. Als Nebenwirkungen können Reizungen des Magen-Darm-Kanals auftreten.
Apotheken-Medikamente: Es gibt keine Monopräparate, jedoch Kombinationen, die Tinkturen und homöopathische Verdünnungen enthalten. Man findet Adonis oft in Kombinationen mit anderen herzwirksamen Drogen oder Weißdorn, so z.B. in Miroton (Lösung/Dragees), Miroton N forte, Corguttin N plus, Card Ompin S, Baldronit N, Convallacor mite, Convallysan N, Herztropfen Truw, Cor Select u.a.m.
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