Aloe (Aloe ferox)
Volkstümlicher Name: Wundkaktus.
Herkunft: heimisch in Südeuropa, Südafrika, Westindien und im suptropischen Amerika.

Aloe ist ein kaktusähnliches Liliengewächs (es gibt über 200 Arten), das ursprünglich aus Süd- und Ostafrika stammt. Die Pflanze entwickelt einen Stamm, der 2 bis 3 m hoch wird, von zahlreichen Blattnarben gezeichnet ist und an der Spitze lanzettenartige Blätter trägt. Zwischen den Blättern treten lange Blütentrauben hervor, die zahlreiche bis zu 3 cm lange Blüten ausbilden. Die Blüten sind blassrot und grünlich gestreift.

Wirkstoffe: Anthranoide (Aloin A und B), 10-C-Glukoside, Aloinside, Aloeharz mit Chromonderivaten und Bitterstoffe.
Angew. Pflanzenteil: eingedickter Pflanzensaft (in Pulverform und als Extrakt).
Anwendung: 1. Ein Teelöffel Aloepulver wird in kaltem Wasser angesetzt und schluckweise getrunken.
2. Eine Messerspitze Pulver (für 1 Tasse) wird zu einem Tee gekocht - für äussere Behandlung.
3. Alkoholauszug; die Tinktur wird tropfenweise einem Getränk (z.B. Tee) beigemischt.
Zu 3.) 20g auf 100ml in 70%igen Alkohol; 10 Tage ziehen lassen, öfter umrühren.

Wirkung/Einsatz: Abführmittel, lindert Frauen-Unterleibschmerzen, hilft bei Menstruationsstörungen, Blutandrang in den Kopf, Augenentzündung, offenen Geschwüren, schlecht heilenden Wunden, Hämorrhoiden, Dickdarmkatarrh mit Beteiligung der Leber, Schwächezuständen der Verdauungsorgane, steigert die Sekretion der Schleimhäute.
Nebenwirkungen: Keine bekannt; Überdosierung kann die Nieren reizen.

Bemerkungen: Bei Schwangerschaft und Neigung zu Blutungen im Genitalbereich sollte Aloe gemieden werden. Ein Dauergebrauch kann sich schädlich auswirken, da eine Mineralverarmung des Körpers (Kalium) eintreten könnte - wie bei allen Abführmitteln. In der Antike war die Aloe eine Beimischung zu heiligen Tempelräucherungen und zu Aphrodisiaka; ebenso hatte die Aloe in der Magie ihren festen Platz. In arabischen Ländern wird die Pflanze oft über der Haustür aufgehängt. Sie soll den Bewohnern des Hauses ein langes Leben sichern. In der Volksmedizin ist Aloe häufig ein Bestandteil von Schwedenkräutermischungen, aus denen "Gesundheitselixiere" ("Schwedenbitter") gewonnen werden. In der Kosmetik-Industrie wird der konservierte Aloesaft "Aloe vera" als feuchtigkeitshaltende und weichmachende Komponente verwendet.

Apotheken-Medikamente: Aloe ist ein dickdarmwirksames Abführmittel. Eine Daueranwendung ist nicht angebracht. Monopräparate sind u.a. Janssen Teebohnen N, Laxatan Leo-Pillen.