Aronstab   (Aurum maculatum)
Volkstümliche Namen: Eselsohr, Zehrwurz.
Herkunft: Der Aronstab bevorzugt den kalkreichen Boden der feuchten Mischwälder.

Mit einem eiförmigen Wurzelstock ist der Aronstab im Boden verankert. Das auffälligste Merkmal dieser Pflanze ist der lange Blütenstand, der von einer blattartigen Hülle umgeben ist. Nach der Befruchtung sterben die Blüten ab und es entwickeln sich rote Beerenfrüchte.

Wirkstoffe: Aroin, Aronin, Aronidin, Oxalat-Raphiden, freie Oxalsäure.
Angew. Pflanzenteil: Ari rhizoma = Aronstab-Wurzelstock.
Anwendung: 1.) stark verdünnte Tinktur (Alkoholauszug), 2.) als Pulver.

Wirkung/Einsatz: bei Entzündungen im Hals-, Rachen- und Nasen-Bereich, Affektionen des Nervensystems mit Lähmungserscheinungen, schwacher Drüsentätigkeit, Scharlach, Masern, Mumps, veralteten Katarrhen mit zäher Verschleimung, Bleichsucht, rheumatischen Krankheiten, Gastritis mit Blutungsneigung, schlecht heilenden Wunden und Geschwüren.
Nebenwirkungen: bei Überdosierung treten Vergiftungserscheinungen auf = heftige Reizungen in Mund und Rachen, auch im Magen- und Darm-Bereich, Erregungszustände mit späteren Lähmungserscheinungen, Speichelfluss, Erbrechen, Stimmverlust, Herzstörungen und Krämpfe. Deshalb grösste Vorsicht!

Bemerkungen: Verwendet wird der Wurzelstock. In der Regel wird der Aronstab in Form verdünnter Tinkturen verwandt; als Magenmittel kann man Wurzel-Pulver mit Kalmus (zu gleichen Teilen) verabreichen.

In früheren Zeiten wurde der Aronstab Babys in die Wiege gelegt, um sie vor Dämonen zu schützen. Man grub auch den Aronstab unter Türschwellen ein, damit in das Haus nichts Böses ein- oder ausgehen könne.

Apotheken-Medikamente: keine bekannt.