Betelnuss (Areca catechu)
Volkstümliche Namen: Arekanüsse, Betel. Herkunft: Heimisch auf den Philippinen und Sundainseln; seit alter Zeit kultiviert in Vorder- und Hinterindien, Pakistan, Sri Lanka, Taiwan und auf dem Malaiischen Archipel.
Die 12 bis 20 Meter hohe Palme trägt als Frucht eine Beere mit einem Samenkern. Die Artbezeichnung "catechu" ist irrtümlich, weil man früher annahm, daß die Nuss das sogenannte Katechu (Gerbstoff) enthält.
Wirkstoffe: (Alkaloide) Arecolin, Arecaidin, Guvacin, Guvacolin und Gerbstoffe. Angew. Pflanzenteil: Arecae semen = Betelnüsse Anwendung: In Asien nimmt man ein halbes Gramm gelöschten Kalk (hydrathaltiges Kalziumoxid), Betelnuss-Pulver und Catechu als Gemisch, umwickelt alles mit einem kleinen Betelpalmenblatt und kaut das Ganze wie einen Priem. In Europa wird das Betelnuss-Pulver wie Kaffee gekocht und getrunken oder mit Kräutern gemischt als Zigarette geraucht. In den USA benutzt man zum Betelkauen statt des Betelpalmblattes einen Kaugummi. Man schätzt die Zahl der Betelkauer in der Welt heute auf über 100 Millionen Menschen. Betelkauen färbt den Speichel und bei ständiger Verwendung auch die Zähne rot. Es stärkt jedoch die Zähne und das Zahnfleisch. Übermässiger Genuss kann Rauschzustände, Schwindelgefühle, Übelkeit und Erbrechen verursachen.
Wirkung/Einsatz: stimuliert das zentrale Nervensystem, steigert die Speichel- und Schweißsekretion, regt die Darmtätigkeit an, stärkt das Zahn- und Gaumenfleisch, tötet Eingeweide-Würmer, wirkt anregend und entspannend, mild berauschend und euphorisierend. Nebenwirkung: keine bekannt; bei Überdosierung (ab 8g) ist eine Vergiftung möglich.
Bemerkungen: Heute werden Betelpräparate nur noch in der Veterinärmedizin bei Koliken von Pferden oder bei Würmern von Rindern und Hunden verwendet. Fertigpräparate für Menschen gibt es nicht.
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