Bingelkraut
(Mercurialis annua)
Volkstümliche Namen: Hundskohl, Schuttbingel
Herkunft: Das Wolfsmilchgewächs Bingelkraut wächst auf Schutthalden, an Wegen und auf Äckern.
Das Bingelkraut wird 20 bis 40 cm hoch, mit einem kahlen Stengel, der im oberen Teil verzweigt ist. Die kurzgestielten Blätter sind stark geädert. Die gelblich-grünen Blüten sind ährenförmig angeordnet.
Wirkstoffe: Saponine, Bitterstoffe, Scharfstoffe, ätherisches Öl.
Angew. Pflanzenteil: mercurialis herba = Bingelkraut.
Anwendung: Tee-Aufkochung.
Wirkung/Einsatz: bei melancholischen Gemütszuständen, rheumatischen Kopf- und Gliederschmerzen mit Sehstörungen, Erbrechen, Appetitlosigkeit, Klimawechselleiden, Bronchitis, Verschleimung, Magen- und Darmstörungen, Verstopfung, Gicht, Rheuma, rheumatischen Blasenleiden, Wassersucht, Menstruationsbeschwerden; und als Zusatz zu Liebesmitteln.
Nebenwirkungen: keine bekannt.
Bemerkungen: Es darf nur das getrocknete Kraut verwandt werden. Das frische Kraut ist zwar wirksamer, aber stark giftig. Mehr als 2 Tassen täglich sollte man nicht trinken.
Schon in frühen Zeiten wurde Bingelkraut eingesetzt. Die Kräuterfrauen des Mittelalters erweiterten die Anwendung. In der Magie ist Bingelkraut bekannt als narkotischer Bestandteil von Hexensalben und Räucherungen.
Apotheken-Medikamente: keine bekannt.
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