Bittersüss (Solanum dulcamara)
Volkstümliche Namen: Mäuseholz, Rote Hundsbeere.
Herkunft: Europa, Nordafrika, Ost- und Westasien, Nordamerika.

Das Nachtschattengewächs Bittersüss ist häufig an feuchten und schattigen Stellen (Sümpfe, Wassergräben, Torfwiesen, Teich- und See-Ufern) zu finden. Bittersüss ist zwar nicht so giftig wie die mit ihm verwandten Tollkirsche, Stechapfel und Bilsenkraut, doch Bittersüss ist keinesfalls harmlos. Die Pflanze ist ein rankender Halbstrauch, unten holzig, oben krautig. Die markgefüllten Stengel sind verzweigt und mit wechselseitig angeordneten Blättern besetzt. Die violetten Blüten mit dem gelben Staubblattkegel fallen angenehm auf.

Wirkstoffe: Dulcamarin, Solacein, Solanin, Saponine, glykos. Bitterstoffe, Steroidalkaloide (Sexualhormone anregend), Steroidsaponine, Flavonoide, Gerbstoffe, Zucker.
Angew. Pflanzenteil: Dulcamarae stipites = Bittersüss-Stengel.
Anwendung: 1.) Tee-Aufguss, 2.) Kaltwasser-Auszug, 3.) Alkoholauszug.

Wirkung/Einsatz: bei Erkrankungen der Luftwege, Bronchitis, Keuchhusten, Asthma, Rheuma, Gicht, skrofulöser Drüsenschwellung, Nervenlähmung, akutem Magen- und Darmkatarrh infolge Erkältung, Wassersucht, Nierenentzündung, Blasenkrampf, trüben Harn, starkem Durchfall mit kolikartigen Schmerzen, Regelstörungen durch Kälteeinwirkung; wirkt leicht narkotisierend; äusserlich bei chronischem Hautjucken, Ekzemen, Flechte, Furunkel, Bläschenbildung.
Nebenwirkungen: Bei Überdosierung kommt es zu Erregungserscheinungen, Sprachstörungen, Schluckbeschwerden, Erbrechen, Schwindel und Krämpfen.

Bemerkungen: In alter Zeit galt Bittersüss als Alfenkraut und wurde Alpranke genannt. Im Volksglauben galt die Pflanze als Schutzmittel gegen Behexung und wurde besonders von Kindern als Amulett getragen. Die unreifen Beeren sind besonders giftig und können für Kinder gefährlich werden. Die Pflanze schmeckt zunächst bitter, nachträglich aber süss = daher der Name Bittersüss.

Apotheken-Medikamente: Ein Monopräparat ist z.B. Cefabene Tropfen. Es handelt sich um eine Dulcamara-Tinktur (ethanolischer Auszug 1:5) 70g und 100g. Darüber hinaus gibt es Cefabene Filmtabletten mit 200g Trockenextrakt und eine Cefabene-Salbe.