Brechwurzel  (Cephaelis ipecacuanha)
Herkunft: heimisch in den feucht-heissen Wäldern Brasiliens.

Dieses Rötegewächs ist ein 20 bis 40 cm hoher immergrüner Strauch, der aus einem kurzen Wurzelstock einige Stengel treibt, an denen kurzstielige Blätter sitzen. Aus den Fruchtknoten entwickeln sich erbsengrosse schwarze Steinfrüchte.

Wirkstoffe: Emetin, Cephaelin, Psychotrin, Iridoide, Isochinolin-Alkaloide, Saponine.
Angew. Pflanzenteil: Ipecacuanhae radix = Brechwurzel.
Anwendung: bei Verschleimung, Bronchitis, Magen-Darm-Infektionen, Sommerdurchfällen, Heufieber, Typhus, Paratyphus, Amöbenruhr; beeinflusst die Magennerven; zum Auslösen von Erbrechen bei oral aufgenommenen Giften.

Wirkung/Einsatz: 1.) Tee-Aufguss, 2.) Alkoholauszug.
Nebenwirkungen: Bei sachgerechter Anwendung keine bekannt. Die Droge darf nur nach den Anweisungen eines Heilkundigen benutzt werden!

Bemerkungen: Vergiftungsfahr besteht, wenn beim Einsatz der Droge das Erbrechen aus irgendwelchen Gründen ausbleibt. Emetin ist wie Chinin ein Protoplasmagift und zugleich ein Kapillargift wie Arsenik und Colchicin. Es blockiert die Proteinsynthese.

Eine akute Vergiftung ist ab 0,5g Emetin zu erwarten. Es kommt zu starker Darmreizung, Herzschwäche mit Pulsverlangsamung und Atemnot. Die Ausscheidung der Droge aus dem menschlichen Organismus erfolgt nur langsam.

Apotheken-Medikamente: Die Präparate, die Brechwurzel enthalten sind zahlreich; z.B. Monapax, Nausyn, Toxi-loges, Tussisana, Tussistin, Viropect.