Chinarinde (Cinchona pubescens)
Volkstümlicher Name: Fieberrinde.
Herkunft: heimisch in den Ostanden des tropischen Südamerikas; kultiviert in Ecuador, Guiatemala, Java, Ceylon, Indien, Südvietnam, Malaysien und in einigen Teilen Afrikas (Kongo, Kinshara, Zaire).

Die Rinde wird entweder von gefällten oder wachsenden 6-8 Jahre alten Bäumen geschält. Die getrocknete Rinde kommt in eingerollten, dicken Röhren oder in flachen Stücken in den Handel. Der Handel unterscheidet nach dem Aussehen zwischen der roten "Apothekenrinde" und der gelben Fabrikrinde. Die gelbe Rinde wird wegen ihres hohen Chiningehalts (bis zu 80%) zur industriellen Chiningewinnung verwendet.

Wirkstoffe: 20 Alkaloide, Chinidin/Chinin, Chinasäure, Cinchonidin/Cinchonin, Tetrahydroxyzyklohexan-monocarbonsäure, Catechingerbstoffe, glykoside Bitterstoffe.
Angew. Pflanzenteil: Cinchonae (Chinae) cortex = rote Chinarinde.
Anwendung: 1.) Tee-Aufguss, 2.) Alkoholauszug, 3.) Weinauszug.
Zu 1.) 1g auf 100ml Wasser; ein Teelöffel zu den Mahlzeiten.
Zu 2.) 20g auf 100ml 70%igen Alkohol, 10 Tage ziehen lassen. Bis zu 20 Tropfen auf einem Stück Zucker oder in Wasser zu den Mahlzeiten.
Zu 3.) 2g auf 100ml Rotwein, 10 Tage lang ansetzen, eventuell kann etwas Zimtrohr und ein Stück Orangenschale (auch 10g Zucker) zugefügt werden. Ein Gläschen nach den Mahlzeiten.

Wirkung/Einsatz: bei Kopfschmerzen, Neuralgien, Bronchitis, Keuchhusten, Grippe, Fieber, Malaria, Muskelkrämpfen, Gicht, Herzjagen, Magen-Galle-Beschwerden, erhöhter Blutungsneigung, Verminderung der Blutplättchen; als Kräftigungsmittel, fördert die Magensaftproduktion regt die Leberfunktion an; für Herzstärkung, sexuelle Stärkung; erregt den Uterus (Wehenverstärkung).
Nebenwirkungen: keine bekannt. Bei Chininallergie kann es zu Hautreaktionen (scharlachartiges Ekzem, Juckreiz u.ä.) kommen; in Dosen über 3g können Übelkeit und Erbrechen auftreten, evtl. kann es zu einem "Chininrausch" kommen (Erregungszustände mit Schwindelanfällen, Sehstörungen, Ohrensausen). Für Erwachsene sind 10-15g Chinin lebensgefährlich.

Bemerkungen: Bei Verdauungs- und Magenschleimhautbeschwerden ist ein Teeaufguss geeignet; ein halber Teelöffel der Droge je Tasse; jeweils eine halbe Stunde vor den Hauptmahlzeiten trinken; täglich nicht mehr als drei Tassen.

Apotheken-Medikamente: Chinarinde ist Bestandteil zahlreicher Präparate; vielfach auch in homöopathischer Verdünnung. Z.B. Amara-Tropfen Pascoe, Majocarmin forte Tropfen, Marvina, Pascopankreat, Sedovent..; Chinin als Reinsubstanz ist als Salz in Tabletten, Compretten und in Ampullen zu haben; z.B. Chininum hydrochloricum Compretten (0,25 und 0,5g), Chininum sulfuricum "Buchler" Tabletten (100 und 200mg), Chininum dihydrochloricum und -carbaminatum Ampullen (250mg). Indikationen: Grippe, Lungenentzündung, Malaria, Wehenschwäche, nächtliche Wadenkrämpfe.