Ginkgo  (Ginkgo biloba)
Volkstümlicher Name: Japanischer Tempelbaum
Herkunft: heimisch in Japan und China; kultiviert in Südfrankreich; in Deutschland selten (in Gärten und Parkanlagen)

Der Ginkgobaum war in Urzeiten (vor ca. 180 Millionen Jahren) auch in Europa weit verbreitet und ist der letzte Vertreter einer den Nadelbäumen nahestehenden Pflanzenfamilie. Er wird bis 30 m hoch und entwickelt eine mächtige Baumkrone. Die Blätter sind langstielig, etwas ledrig und zweilappig. Die gelben Früchte (des weiblichen Baumes) besitzen einen holzigen Kern.

Wirkstoffe: Ginkgolide, Bilobalid, Flavonoide, Glykoside, Flavonoidglykosidcumarylester, Biflavone, Terpene, Terpenlactone, Procyanidine.
Angew. Planzenteil: Ginkgo bilobae folia = Ginkgoblätter.
Anwendung: 1.) Tee-Aufguss, 2.) Alkoholauszug.

Wirkung/Einsatz: bei arteriellen Durchblutungsstörungen mit krampfartigen Gefäßschmerzen, Gefäßschäden von Diabetikern, schlechter Gehirndurchblutung bei älteren Menschen, arteriosklerotischen Veränderungen im Gefäßsystem, Schlafstörungen älterer Menschen, Raucherbeinen, Krampfadern, Schwindelerscheinungen, verbessert die Fliesseigenschaften des Blutes, mindert die Gerinnungsfähigkeit des Blutes, verbessert verminderte Merkfähigkeit; sorgt für Gefässerweiterung und Durchblutungssteigerung besonders der tieferliegenden, feinen Arterien (z.B. der Kapillaren in den Füssen und im Gehirn).
Nebenwirkungen: keine bekannt.

Bemerkungen: In Japan ranken viele Sagen um den Ginkgobaum. Er wird als Symbol des Lebens, für das Überleben verehrt. Als nach der Atombomben-Explosion in Hiroshima 1945 alles Leben erloschen schien, trieb im Frühjahr 1946 ein schwarz verkohlter Baumstumpf neues Grün. Diese zaghaften, ersten Triebe sind inzwischen zu einem stattlichen Ginkgobaum herangewachsen.

Bis heute ist es der Pharma-Industrie nicht gelungen, die Wirkstoffe des Ginkgo zu isolieren und daraus voll wirksame Pillen o.ä. herzustellen. Die Wirkung der Pharma-Produkte bleibt weit hinter der reinen Natur zurück. Offensichtlich erzielen die natürlichen Ginkgoblätter ihren Erfolg durch das richtige Zusammenspiel der verschiedenen Inhaltsstoffe, das nicht künstlich konstruiert werden kann. Deshalb ist es angebracht, daß man selbst aus den Ginkgoblättern einen Tee oder Alkoholauszug herstellt.

Wegen des etwas eigentümlichen Geschmacks kann man den Ginkgoblättern, bei der Zubereitung von Tee oder eines Alkoholauszuges, ein wenig Fenchel zur Geschmacksverbesserung beimischen. Am wirksamsten ist der Alkoholauszug; auch wirksamer und billiger als Fertigpräparate. Ein Rezept = ca. 40g Ginkgoblätter in 1 Liter Klaren (32 bis 40%igen Alkohol) ansetzen. Mindestens 14 Tage bis 6 Wochen stehen lassen, jeden Tag einmal aufrütteln. Dann absieben. Jeden Tag 1 Esslöffel voll Ginkgoauszug einem Glas Rotwein (oder Cola) beimischen und langsam trinken.

Apotheken-Medikamente: Es gibt zahlreiche Ginkgo-Präparate mit unterschiedlichen Zusammensetzungen und Qualitäten; einige Beispiele =
1.) Präparate auf der Basis des Extrakts EGb 761 (25% Ginkgoflavonglykoside und 6% Terpenlactone); alle anderen Ginkgo-Begleitstoffe sind daraus entfernt; so z.B. Rökan Filmtabletten, Rökan flüssig, Tebonin forte Filmtabletten und Tropfen, Gingium Filmtabletten und Lösung, Ginkobil-ratiopharm Dragees, Ginkgodilat, Ginkgo Heumann, Craton forte Ginkgo biloba Filmtabletten.....
2.) Präparate mit nicht erklärten Zusammensetzungen; hierzu gehören z.B. Ginkgo Dragees Salus, Ginkgo 405 Duopharm Dragees... (standardisiert auf 3mg Ginkgo-Flavonoide)
3.) Homöopathische Monopräparate, die Ginkgo als Urtinktur oder D1 Verdünnung enthalten; hierzu gehören Tinkturen wie Ginkgoforce, Ginkgokehl, ginkgo-loges, Ginkgo-Syxyl, Heweginkgo oder Perivar N forte Filmtabletten u.a.m.