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Glockenbilsenkraut (Scopolia carniolica) Volkstümlicher Name: Tollkraut. Herkunft: heimisch in den Karpaten, in Südosteuropa, Kaukasus, Ukraine. Glockenbilsenkraut ist ein Nachtschattengewächs; das Äußere ähnelt dem Bilsenkraut. Wirkstoffe: Hyoscyamin, Atropin, Scopolamin, Cuskhygrin und andere Alkaloide, Chlorogensäure, Cumarine, Scopolin, Scopoletin. Wirkung/Einsatz: bei verminderter Schmerzempfindlichkeit, Geistesstörung mit starker Erregung, Erregungszuständen des zentralen Nervensystems, Psychosen, Krämpfen, zentralen Sehstörungen. Bemerkungen: Glockenbilsenkraut ist nicht so giftig wie andere Nachtschattengewächse (Alraune, Tollkirsche, Stechapfel u.a.) und daher nicht verschreibungspflichtig. Die Urtinktur der Pflanze wird in der Homöopathie vielfach angewandt. Im antiken Griechenland wurde Glockenbilsenkraut in Wein gemischt und als Aphrodisiakum getrunken. Das Wörtchen "Toll" (= geil) macht deutlich, daß das Tollkraut zu den Hexenkräutern zählt, die in Hexensalben und in Liebesmitteln Verwendung fanden. Apotheken-Medikamente: Glockenbilsenkraut ist in vielartigen Fertigpräparaten enthalten. Die gepulverte Wurzel ist z.B. in den Magenmitteln Nervogastrol und Gastrocaps enthalten; ein alkoholischer Auszug in den Chelidophyt N Tropfen; aber auch Urologika wie Protitis-Dragees oder Olren N Tabletten enthalten die Wirkstoffe der Pflanze. |