Haronga (Harungana madagascariensis)
Volkstümliche Namen: Magenkraut
Herkunft: heimisch in Madagaskar, Zentral- und Ostafrika.

Der Harongabaum gehört zu den Johanniskrautgewächsen. Die Pflanze ist ein 2 bis 12 m hoher Baum oder Strauch, der durch die symmetrische Anordnung sehr grosse Blätter auffällt. Die Blüten sind klein und in doldenartigen Blütenständen an den Zweigenden angeordnet. Zur Nutzung wird von den grösseren Sträuchern oder Bäumen die Rinde abgeschält.

Wirkstoffe: Anthranoide, Chrysophansäure, Leucoanthocyane, hypericinähnliche Verbindungen, Flavo-nolglykoside, Gerbstoffe.
Angew. Pflanzenteil: Harongae cortex = Haronga-Rinde.
Anwendung: 1.) Alkoholauszug, 2.) Direkteinnahme des Pulvers.

Wirkung/Einsatz: bei verminderter Funktion der Bauchspeicheldrüse, schwacher Magensaft- und Magensäureproduktion, schwacher Leber- und Gallenfunktion, Völlegefühl, Druckgefühl im Oberbauch, Verdauungsstörungen, Blähungen; beseitigt Verdauungsbeschwerden nach dem Genuss zu fetter Speisen.
Nebenwirkungen: keine bekannt.

Bemerkungen: Um 1930 beobachteten deutsche Forscher auf Madagaskar, daß Eingeborene nach einem reichhaltigen und besonders fetten Essen als Nachspeise Baumrindenstücke kauten. Es stellte sich heraus, daß diese Rindenstücke vom Harongabaum stammten. Daraufhin untersuchte man die Wirkstoffe der Rinde und stellte fest, daß sie Stoffe enthält, die hervorragend die Verdauung fördern. Besonders dann, wenn Bauchspeicheldrüse und Leber nicht richtig arbeiten. Dieses Beispiel beweist, daß es sich auch heute noch lohnt, nach neuen Heilpflanzen zu suchen.

Apotheken-Medikamente: Am bekanntesten ist das Fertigarzneimittel Harongan (Tropfen und Tabletten). Ein weiteres Monopräparat sind die Pepsaletten Haronga (Trockenextrakt). Harongarinde ist auch in dem Kombinationspräparat Dr. Maurers Magen-Apotheke (Tinktur) enthalten.