Jaborandi  (Pilocarpus pennatifolius)
Volkstümliche Namen: Rutakraut
Herkunft: heimisch in Südamerika und auf den westindischen Inseln.

Die Strauchpflanze ist ein Rautengewächs. Sie hat endständige Blütenähren und unpaarig gefiederte Blätter, die zahlreiche Ölbehälter erkennen lassen.

Wirkstoffe: Pilocarpin, Isopilocarpin und andere Imidazol-Alkaloide, ätherisches Öl.
Angew. Pflanzenteil: Jaborandi folia = Jaborandiblätter.
Anwendung: Alkoholauszug (Tinktur)

Wirkung/Einsatz: bei Wassersucht, mangelhafter Drüsentätigkeit im Magen-Darm-Kanal, grünem Star; äusserlich gegen Haarausfall.
Nebenwirkungen: Behandlung nur durch Heilkundige! Bei Selbstbehandlung bestht die Gefahr, daß schon bei therapeutischen Dosen Nebenwirkungen auftreten (Sehstörungen, Benommenheit); bei stärkerer Überdosierung kommt es zu Erbrechen, Durchfall, Herzschwäche, starker Sekretansammlung in den Bronchien (die zur Erstickung führen kann).

Bemerkungen: Die Pflanzenwirkstoffe dienen vor allem in der Augenheilkunde zur Herabsetzung des intraokularen Druckes beim Engwinkel-Glaukom u.ä.

Apotheken-Medikamente: Bei den verschiedenen Fertigarzneimitteln handelt es sich um
a) wässrige Augentropfen, so z.B. Asthenopin, Chibro-Pilocarpin, Isopto-Pilocarpin, Pilomann, Pilopos, Spersacarpin, Vistacarpin.
b) ölige Lösungen, so z.B. Pilocarpin-Augenöl, Pilocarpol Öl, Pilomann Öl.
c) Augensalben wie z.B. Pilogel, Pilopos, Spersacarpin Augensalbe.