(Piper methysticum)
Volkstümliche Namen: Rauschpfeffer
Herkunft: heimisch in Polynesien, Mikronesien, Melanesien, Neu Guinea; kultiviert in Australien.
Die Pflanze ist ein 2 bis 5 m hoher Strauch mit einer grossen Wurzel, die bis 10 kg schwer sein kann.
Wirkstoffe: Kawain, Flavokawine, Kawapyrone, Dihydrokawain, Dehydrokawain, Dehydromethysticin, Desmethoxiyangonin, Yangonin, Kawaharz (Resina Kava), Stärke.
Angew. Pflanzenteil: Kawa-Kawa rhizoma = Kawa-Kawa-Wurzelstock.
Anwendung: 1.) Kaltwasser-Auszug, 2.) Alkoholauszug, 3.) Kauverfahren.
Zu 1.) Pulver der Pflanze bzw. des Wurzelstocks in kaltem Wasser einweichen, 18 bis 24 Stunden ziehen lassen, gründlich absieben, langsam schluckweise trinken.
Zu 2.) Wurzelstock-Pulver in Alkohol einweichen, die Masse in einem Wasserbad vorsichtig erhitzen, ca. 50% des Alkohols verdunsten lassen. Den gewonnenen Sud in Wodka und Honig auflösen. Diese Methode ist sehr wirkungsvoll, weil sich die Harzstoffe des Wurzelstocks in Alkohol leichter lösen lassen und sich beim Trinken im Körper schneller verteilen.
Zu 3.) Die Südsee-Insulaner kauen den Wurzelstock gründlich. Der Speichel wird nicht heruntergeschluckt, sondern in ein mit Wasser gefülltes Gefäss gespuckt. Die Enzyme des Speichels fermentieren die Masse. Das Wassergefäss bleibt dann 4 bis 6 Stunden in der Wärme stehen. Die Masse wird abgesiebt. Das abgesiebte Wassergemisch wird dann langsam getrunken. Die erste Wirkung tritt bereits nach 30 Minuten auf. Es gibt keine Nachwirkungen.
Wirkung/Einsatz: bei Angst- und Spannungszuständen, innerer Unruhe, gegen Leistungsabfall, geistige Labilität, Nervenleiden, Wechseljahrbeschwerden; wirkt euphorisch, krampflösend, aphrodisierend.
Nebenwirkungen: keine bekannt.
Bemerkungen: Die Genuss ist gewöhnungsbedürftig. Denn die Kawa-Kawa-Wurzel schmeckt etwas scharf und leicht seifig. Kleine Dosen wirken leicht entspannend und anregend; mittlere Dosen wirken euphorisierend, gedankenanregend, appetitanregend und aphrodisierend; überhöhte Dosen wirken einschläfernd. Die in Apotheken rezeptfrei verkäuflichen Kawa-Kawa-Präparate wirken nicht annähernd so intensiv wie der Direktauszug aus dem Wurzelstock.
Apotheken-Medikamente: Die Fertigpräparate werden teilweise als "pflanzliche Psychopharmaka" angeboten. Das umfangreiche Angebot an Monopräparaten enthält unterschiedliche Mengen an Kawa-Trockenextrakten (häufig: Kawa-Pyrone oder Kawa-Lactone). Einige Beispiele: Kavasedon Tropfen (25mg Kawa-Pyrone), Kavatino Lösung (25mg Kawa-Lactone), Kavasporal forte Kapseln (30mg Kawa-Pyrone), Antares Tabletten (40mg Kawa-Lactone), Ardeydystin forte Dragees (50mg Kawa-Pyrone), Kava-ratiopharm Kapseln (60mg Kawa-Pyrone), Laitan 100 Kapseln (70mg Kawa-Pyrone), Antares 120 Tabletten (120mg Kawa-Lactone)....
In Kombinationspräparaten ist Kawa-Extrakt meist zusammen mit pflanzlichen Beruhigungsmitteln enthalten, so z.B. in Kavasporal comp. Dragees, Hewepsychon duo Tropfen, Cysto Fink Kapseln....