Koka  (Erythroxylum coca)
Volkstümliche Namen: Koks, weisser Schnee.
Herkunft: heimisch in den feuchtwarmen Gebirgslagen Südamerikas und Javas; wird in Indien und Afrika kultiviert.

Koka ist ein immergrüner Strauch mit kleinen weisslichen Blüten, roten Steinfrüchten und wechselständigen Blättern. Es gibt mehr als 200 verschiedene Arten.

Wirkstoffe: Cocain, Cinnamoylcocain, Methylekgonin, Truxilline, Hygrin, Cuskhygrin und andere Ecgonin-Alkaloide.
Angew. Pflanzenteil: Cocae folia = Kokablätter.
Anwendung: Alkoholauszug (nur für die Arztpraxis!) oder Fertigpräparate.

Wirkung/Einsatz: für eine Betäubung des Auges oder Pupillenerweiterung, zur Betäubung bei Eingriffen im Kopfbereich (Augen, Kehlkopf, Nase, Ohr, Rachen oder Kiefer) = darf nur von Fachärzten (Augen- und Tierärzten) eingesetzt werden!
Nebenwirkungen: bei sachkundiger Anwendung keine.

Bemerkungen: Kokain ist ein starkes Rauschgift und führt zur Rauschgiftsucht! Vergiftungen kommen hauptsächlich beim Kokainschnupfen vor, da die Wirkstoffe von der Nasenschleimhaut leicht aufgenommen werden. Die zentralen Wirkungen des Kokains erzeugen beim Menschen Aufgeräumtheit, ein Gefühl des Wohlbefindens und Lebhaftigkeit. Diese Wirkung erklärt sich daraus, daß das Kokain Hemmungszentren lähmt, so daß im Gehirn entstehende Reize ungehemmt die Zentren treffen und sie in einen gesteigerten Erregungszustand versetzen.

Die Kokain-Rauschgiftsucht ist relativ weit verbreitet, weil die Anwendung als Schnupfpulver leicht ist. Die Auswirkungen sind unterschiedlich. Anfangs könnte man Vergleiche mit einem Alkoholrausch ziehen. Die Süchtigen empfinden ein Glücksgefühl, die Stimmung ist gehoben. Doch dann schlägt die Stimmung um, die Munterkeit wird von Erregung und Angstgefühlen abgelöst. Dieser Depressionszustand geht dann in Schlaf oder in quälendes Wachsein über. Nach grösseren Dosen äussert sich die Vergiftung in Weinen, Lachen, Redseligkeit, lebhaften Halluzinationen. Dann tritt meist Herzjagen auf, später fortschreitende Lähmung des Atemzentrums und schliesslich der Tod durch Kreislaufversagen und Atemstillstand.

Die Indios Südamerikas kauen Kokablätter, doch bei ihnen kommen die negativen Wirkungen des Kokains nicht zur Geltung, sondern vielmehr die weckaminartigen Wirkungen des Ecgonins. Denn beim Kauen der Kokablätter (denen Kalk beigemischt wird) findet eine Verseifung des Kokains statt. Insofern führt das Kokainkauen nicht zu den chronischen Vergiftungserscheinungen und dem Persönlichkeitsverfall der sonst üblichen Kokain-Rauschgiftsucht.