Maiglöckchen
(Convallaria majalis)
Volkstümliche Namen: Augenkraut,
Faldron, Schillerlilie, Schneetropfen. Herkunft: bevorzugt gemässigte
Zonen; heimisch in Mittel-, Süd- und Osteuropa, in Nordamerika.
Auffallend sind die grossen, dunkelgrünen
Blätter, die etwa 10 cm lang und 5 cm breit sind. Die Pflanze
entspringt einem im Erdboden kriechenden Wurzelstock; jeweils
zwei Blätter umschliessen den Blütenschaft mit glockenförmigen,
wohlriechenden, weissen Blüten. Nach der Reife trägt
die Pflanze leuchtend rote Beeren.
Wirkstoffe: insgesamt etwa 30 verschiedene
herzwirksame Glykoside, hauptsächlich Convallatoxin, Convallosid,
Lokundjosid, Convallatoxol; ferner Steroidsaponine und Strophanhusglykoside.
Angew. Pflanzenteil: Convallariae herba
= Maiglöckchenkraut.
Anwendung: 1,) Tee-Aufguss, 2.) Alkoholauszug
(homöopathisch verdünnt).
Wirkung/Einsatz: bei nervösen
Halsbeschwerden, Jod- und Nikotinvergiftung, Unterleibbeschwerden
der Frauen, Herzstichen, Herzwassersucht, Herzschwäche nach
Infektionen, nervösem Herzklopfen (Herzneurose), chronischen
Herzschäden, Herzerweiterung durch Überanstrengung,
Herzinnenwand-Entzündung, Altersherz, Digitalisüberempfindlichkeit,
Leberentzündung.
Nebenwirkungen: Bei richtiger Dosierung
keine. Bei Überdosierung kann es zu Vergiftungserscheinungen
kommen; tödliche Vergiftungen sind keine bakannt.
Bemerkungen: In der Volksmedizin wird
Maiglöckchen auch bei Schlaganfall und Epilepsie eingesetzt.
Schamanen mischen pulverisierte Maiglöckchenblätter in
ihren Schnupftabak. Die Inhaltsstoffe wirken digitalisähnlich,
jedoch nicht so giftig.
Das Maiglöckchen ist der Frühlingsgöttin
Ostara geweiht. Sie bringt Glück in der Liebe. Wenn man vor
Sonnenaufgang und noch vom Tau benetzt, einen Strauss pflückt
und mit Lustralwasser übergiesst, erhält man das berühmte,
sagenumwobene Aqua apociectica Hartmanni.
Apotheken-Medikamente: standardisiert
ist Convacard; ausserdem gibt es zahlreiche Kombinations-Präparate.
z.B. Cardompin S, Guttacor Tropfen, Convastabil, Cor Vel N, Miroton,
Convallaria-monoplant Tropfen, Convallysan N.
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