Mutterkorn   (Claviceps purpurea)
Volkstümliche Namen: Brandkorn, Giftkorn, Wolfszahn.
Herkunft: Das Mutterkorn oder genauer gesagt der Mutterkornpilz ist ein Parasit des Roggens und anderer Gräser.

Die Sporen gelangen durch den Wind auf die Grasblüten, auf denen sie sich sofort auskeimen. Der Fruchtknoten der Pflanze wird zu einem Lager des Pilzes. Hier werden Sporen gebildet, die sich mit einem abgesonderten süssen Saft vereinen. Insekten verbreiten die Sporen weiter. Der aus der Kornähre hervorkommende Pilz färbt die Ähre schwarz.

Wirkstoffe: drei Alkaloidgruppen =
1.) Ergotamin, Ergosin (wasserunloslich);
2.) Ergocristin, Ergokryptin, Ergocornin (wasserunlöslich);
3.) Ergometrin, Ergobasin, Ergobasinin (wasserlöslich);
ferner biogene Amine und Clavin-Alkaloide.
Angew. Pflanzenteil: Secale cornulum = Mutterkorn.
Anwendung: in stark verdünnter homöopathischer Tinktur.

Wirkung/Einsatz: bei Migräne, Nervenstörungen, Neuralgien mit Taubheitsgefühl, Angst, Erregung, Rückenmarkkrankheiten, Zuckerkrankheit, Störungen in den Wechseljahren, Lähmungen in den Beinen, Schilddrüsen-Überfunktion, Gebärmutterblutungen, Eierstock-Erkrankungen; wirkt wehenerregend.
Nebenwirkungen: bei Überdosierung = Hallizinationen; Abtreibung durch Risse in der Gebärmutter.

Bemerkungen: Mutterkorn-Abkömmlinge sind mit dem Vitamin D verwandt. Eine weitere Verwandtschaft besteht mit der Lysergsäure; diese ruft (zumindest vorübergehend) Spaltungsirrsinn u.ä. hervor. Werden laufend kleine Mengen eingenommen, führt dies zur Verblödung, Lähmungen usw. - bis zum tödlichen Ausgang.

Apotheken-Medikamente: Es gibt zwei führende Präparate = Methergin als Injektionslösung, Tropflösung, Dragees - und Secalysat EM Bürger Tropflösung.