Raute   (Ruta graveolens)
Volkstümliche Namen: Gartenraute, Weinraute.
Herkunft: heimisch im Balkan, Mittelmeerraum, Indien; bei uns in Kulturen.

Die Raute ist eine stark duftende, graugrün gefärbte Staude mit runden Stengeln. Die gefiederten Blätter werden bis zu 15 cm lang. Die Blüten sind in einem doldigen Blütenstand angeordnet.

Wirkstoffe: Rutin (Rutosid), Flavonoide, Cumarinderivate, Chinolin-, Furochinolin- und Acridon-Alkaloide, Gerbstoff, ätherisches Öl.
Angew. Pflanzenteil: Rutae folia = Rautenblätter.
Anwendung: 1.) Tee-Aufguss, 2.) Kaltwasser-Auszug, 3.) Alkoholauszug.

Wirkung/Einsatz: bei Wechseljahrbeschwerden, Epilepsie, Schwindel, Ohnmacht, Atemnot, Gicht, Rheuma, entzündeten Augen, nervösem Herzklopfen, Sehschwäche, Krämpfen, Koliken, Menstruationsbeschwerden, Nachlassen der Geschlechtskraft, zur Verhütung von Schlaganfällen, Venenstärkung, Krampfadern, gegen Appetitlosigkeit, Kopfschmerzen, Blutandrang im Kopf, Nervenleiden, Magenschmerzen, Wassersucht; äusserlich: Verrenkungen, Verstauchungen, Schwellungen, Hautausschlägen.
Nebenwirkungen: bei normaler Dosierung keine bekannt. Bei Überdosierung kann es zu Leber- und Nierenschäden (auch Abtreibung) kommen.

Bemerkungen: Im Volksglauben schützt die Raute vor ansteckenden Krankheiten und hilft gegen Vergiftungen.

Im Aberglauben schützt sie gegen den Mahr und den Alp, die in der Nacht herumziehen. Wenn man sie in den Sarg eines Toten legt, kommt dieser sicher in den Himmel.

Wer den Kopf einer weissen Schlange besitzt, kann verborgene Schätze finden. Der Besitzer muß jede Nacht zwischen 23 und 24 Uhr ein Ei, Raute und den Schlangenkopf in ein Tongefäss legen und darüber einen Zauberspruch sprechen - den Fundort verrät ein Traum.