Rauwolfia
(Rauwolfia serpentina)
Volkstümliche Namen: Schlangenwurzel.
Herkunft: Wächst in den tropischen Gebieten des Himalaja, in Sikkim,
Zentralbengal, Pegu, auf der Halbinsel Dekkan, auf Ceylon und
Java.
Wirkstoffe: Reserpin, Rescinnamin, Raubasin, Ajmalin und
ca. 40 weitere Indol- und NebenAlkaloide.
Angew. Pflanzenteil: Rauwolfiae radix = Rauwolfiawurzel.
Anwendung: 1.) Tee-Auskochung.
2.) Alkoholauszug (Tinktur).
Wirkung/Einsatz: Beruhigend, zur Dämpfung
von Erregungszuständen, Abschirmung von äußeren
Reizeinflüssen, bei Nervenleiden, Depressionen, Psychosen,
blutdrucksenkend, gegen Fieber, Durchfall, Cholera, krampflösend,
Lockerung der glatten Muskulatur, mildes Schlafmittel.
Nebenwirkungen: Bei richtiger Dosierung keine bekannt. Bei Überdosierung
kann es zu Kreislauf- und Herzbeschwerden, Muskelschwäche,
Angstträumen, Potenzstörungen und Nachlassen des Reaktionsvermögens
kommen. Dies gilt besonders beim Zusammenwirken mit Alkohol.
Bemerkungen: Verwendet wird die Wurzel.
Die Anwendung sollte man nur Heilkundigen überlassen! In
Indien verwendet man die Wurzel gegen Insektenstiche und Schlangenbisse,
bei Fieber und Durchfall, bei Cholera und als Schlafmittel für
Kinder. Auf Java wird die Wurzel vor allem als Wurmmittel gegeben.
Oft wird Rauwolfia mit anderen Heilpflanzen kombiniert - mit Weißdorn,
Mistel, Knoblauch u.a. Die Homöopathie gebraucht Rauwolfia
in niedrigen Potenzen (D1 bis D3) zur Blutdrucksenkung, in höheren
Potenzen (ab D6) zur Behandlung von Psychosen und Nervenleiden.
Apotheken-Medikamente: Rauwolfia ist in zahlreichen Mono- und Kombinations-Präparaten enthalten; z.B. Reserpin Saar Tabletten, Arte Rautin forte S, Adelphan-Esidrix, Briserin-mite, Modenol.
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