Schierling, Gefleckter  (Conium maculatum)
Volkstümliche Namen: Vogeltod.
Herkunft: Wegränder, Zäune, Hecken, Schutthalden und am Ostsee-Strand.

Wirkstoffe: Coniin u.a. stark-giftige Alkaloide (Piperidin-Alkaloide).
Angew. Pflanzenteil: Conii herba = Schierlingskraut.
Anwendung: 1.) Alkoholauszug. Darf nur von Heilkundigen (in homöopathischer Verdünnung) benutzt werden!

Wirkung/Einsatz: Beruhigungsmittel, nervenberuhigend, schmerzstillend, bei Lähmungen, Nervenschmerzen, Tetanus, Parkinson, nervöser Überreizung, sexueller überreizung, Geistes- und Gemütskrankheiten, Schwindel, Koliken, Impotenz als Folge übermässigen Geschlechtstriebes, Drüsenverhärtung, Schwindsucht, Blasen- und Prostataleiden, Magengeschwüren, Magen- und Haut-Krebs, Kräfteverfall, gegen geschlechtliche Übererregbarkeit.
Nebenwirkungen: Bei fachgemässer Anwendung sind keine zu erwarten.

Bemerkungen: Verwendet wird das Schierlingskraut. Der Gefleckte Schierling zählt zu den stärksten Giftpflanzen. Das Alkaloid Coniin ähnelt dem indianischen Pfeilgift Curare. Die tödliche Dosis für Menschen liegt bei 0,5mg Coniin.

Die Vergiftung macht sich bemerkbar mit: Rachenbrennen, Speichelfluss, Muskeistörungen, Übelkeit, Erbrechen, Lähmungen. Der Tod erfolgt unter zunehmender (aufsteigender) Lähmung der quergestreiften Muskulatur und bei vollem Bewusstsein durch die Lähmung des Atemzentrums (s. Tod des Sokrates!). Auf der Haut können durch das Coniin stark juckende und nässende Ausschläge entstehen.

Apotheken-Medikamente: In einer Reihe von Präparaten findet man Schierling für innerliche und äusserliche Anwendungen; z.B. Einreibung Nettinerv, Pesendorfer Salbe, Unguentum lymphaticum.