Schlafmohn  (Papaver somniferum)
Herkunft: Alte Kulturpflanze, die in gemässigtem bis suptropischem Klima in zahlreichen Ländern angebaut wird.

Wirkstoffe: Morphin, Codein, Thebain, Papaverin, Narcotin und zahlreiche Alkaloide im Milchsaft, die z.T. an Mekonsäure gebunden sind.
Angew. Pflanzenteil:
Anwendung: Aus den angeritzten, unreifen Mohnkapseln wird ein Milchsaft gewonnen; aus dem verschiedene Drogen hergestellt werden. Die Anwendung der einzelnen Drogen sollte man nur Heilkundigen überlassen (Suchtgefahr!).

1. MORPHIN: Die Erregbarkeit des Atem- und Hustenzentrums wird herabgesetzt, während der Kreislauf fast unbeeinflußt bleibt. Neben der Lähmung der Schmerzempfindung bewirkt Morphin einen Zustand des Wohlbehagens, der Euphorie; später tritt eine dem natürlichen Schlaf gleichende Betäubung ein. Außerdem bewirkt Morphin eine Verzögerung der Magenentleerung und eine Herabsetzung der Drüsensekretion. Die Wirkdauer beträgt in der Regel 8-12 Stunden. Bei normaler Dosierung tritt keine Abhängigkeit (Sucht) auf. Dosen von 0,05-0,lg wirken schon toxisch. Bei Morphinvergiftungen: tiefer Schlaf, unregelmässiger Atem, verengte Pupillen, blaß-kalte Haut. Der Tod erfolgt nach 6-8 Stunden durch Atemstillstand. Die tödliche Dosis liegt bei etwa 0,2g. Ständiger Gebrauch von Morphin in größeren Mengen führt zum chronischen Morphinismus.

2. CODEIN: ist der Methylether des Morphins. Es besitzt eine ausgeprägte Wirkung auf das Hustenzentrum. Es gibt einige Codein-Präparate, die Rauschgiftsüchtigen als 'Ersatzmittel' verordnet werden. Bei Überdosierung ähnliche Vergiftungserscheinungen wie bei Morphin, jedoch weniger stark. Schwangeren sollte kein Codein gegeben werden!

3. PAPAVERIN: dem Papaverin fehlen die zentralen Wirkungen des Morphins. Es ist für allem ein krampflösendes Mittel. Anwendungsgebiete: Krämpfe der glatten Muskulatur, Gallenkoliken, Krämpfe im Magen- und Darmbereich, Krämpfe im Bronchial- und Genitalsystem. Es ist auch bei Durchblutungsstörungen wirksam. Eine Leberschädigung ist möglich; sie äussert sich vorwiegend als allergische Hepatitis.

4. OPIUM: Das Zusammenwirken aller Alkaloide im Opium ergibt einige Widersprüche, die in der Gesamtheit verstärkt wirken und sich erklären lassen. Opium besitzt eine stärkere schmerzstillende Wirkung als sein Morphingehaft. Diese Verstärkung ist auf das Narcotin zurückzuführen. Die lähmende Wirkung des Morphins auf das Atemzentrum ist im Opium durch das Thebain gemildert. In gleicher Weise steht die erregende Wirkung (auf die glatte Muskulatur) des Morphins der krampflösenden Wirkung des Papaverins gegenüber. Durch die Begleitstoffe hat Opium gegenüber den isolierten Alkaloiden den Vorteil einer längeren Wirkungsdauer. In der Schulmedizin wird Opium heute nur noch dann eingesetzt, wenn alle anderen Maßnahmen ohne Erfolg geblieben sind. Die unerwünschten Wirkungen des Opiums gleichen im wesentlichen denen des Morphins.

Bemerkungen: Nochmals - die Anwendung des Schlafmohns Heilkundigen überlassen.Einige abschliessende Anwendungsgebiete = Schlaganfall, Epilepsie, Krämpfe, Koliken, Bluthusten, Lungenentzündung, Stuhlverstopfung mit starken Blähungen, schwere Krankheiten mit zeitweiser Bewußtlosigkeit, Darmlähmung nach Operation...