Stechapfel (Datura stramonium)
Volkstümliche Namen: Donnerkugel.
Herkunft: Die ursprüngliche Heimat des Stechapfels ist Mexiko und das östliche Nordamerika. Er wächst jetzt auch in ganz Europa auf Schutthalden, an Wegrändern, in Gärten und auf Feldern.

Wirkstoffe: Hyoscyamin, Atropin, Scopolamin, Flavonoide und weitere Nebenalkaloide.
Angew. Pflanzenteil: Stramonii folia + semen = Stechapfelblätter- und -Samen.
Anwendung: 1.) Als Räuchermittel. 2.) Zum Rauchen. 3.) Alkoholauszug.

Wirkung/Einsatz: Bei nervösen Reizzuständen, Epilepsie, Parkinson, Neuralgien, Nervenentzündung, Migräne, Angstgefühlen, Geistes- und Gemütskrankheiten, Gehirnhautreizung, Tobsucht mit Visionen, Sinnverwirrung bei Alkoholikern, Keuchhusten, Asthma, Bronchitis, Blasenkrämpfen; sexuell anregend.
Nebenwirkungen: In homöopathischen Dosen (bis 2mg) keine. In schwacher Überdosierung berauschend, halluzinogen, hypnotisch. In hoher Dosierung tödlich!

Bemerkungen: Verwendet wird die ganze Pflanze und der Samen. Der Samen wird vornehmlich mit Alkohol kombiniert. Der Samen-Gebrauch als Aphrodisiakum ist seit frühester Zeit bekannt. Für einen berauschenden und erotisierenden Kaffee oder Tee werden 6 Blüten aufgekocht. Der Stechapfel ist Bestandteil vieler Hexensalben und gilt als Abwehr gegen Schadensmagie. Die Schamanen rauchen die Blätter und trinken Blütentee zur Einleitung der Trance.

Die Wirkung zerfällt in zwei Komponenten: in eine zentral-erregende und in eine peripher-lähmende. Mit steigenden Dosen treten Ideenflucht, Bewegungsdrang, zwanghaftes Lachen, Unruhe - schliesslich Verwirrtheit auf.

Apotheken-Medikamente: Auszüge aus dem Samen sind z.B. enthalten in dem Asthmamittel Asthmacolat (Tropfen/Sirup).