Sumpfporst (Ledum palustre)
Volkstümliche Namen: Wilder Rosmarin.
Herkunft: Wächst in Nord- und Osteuropa, Nordasien, Nordamerika; bei uns auf Hochmooren.

Wirkstoffe: Ledol, Myrcen, Quercetin, Arbutin, Flavonglykoside, ätherisches Öl.
Angew. Pflanzenteil: Ledi palustris herba = Sumpfporst-Kraut.
Anwendung: 1.) Alkoholauszug. 2.) Tee-Aufguss. 3.) Räuchermittel.

Wirkung/Einsatz: bei akuten und chronischen Erkrankungen mit vorherrschenden Kälteempfindungen, Unverträglichkeit von Bettwärme, Rheuma, Gicht, Ischias, Koliken mit Darmbluten, Keuchhusten, Bronchitis; äusserlich: flechtenartigen, nässenden Hautausschlägen.
Nebenwirkungen: Keine. Bei Überdosierung kann es zu Magen-Darm-Reizungen und zu Erregungs- und Rauschzuständen kommen. Die Anwendung sollte nur Heilkundigen überlassen werden!

Bemerkungen: Verwendet wird das Kraut. Eine alte nordeuropäische Zauberpflanze, deren berauschende Wirkung kann Tobsucht und Delirien auslösen (s. die 'Berserkerwut' bei den Germanen). Die Schamanen atmen den Rauch der Pflanze ein oder kauen deren Wurzel, um magische Trance zu erzeugen, zum Weissagen, Prophezeien und um Kranke zu heilen. Den Tee nutzten sie wegen der berauschenden und psychoaktiven Wirkung bei den beschwörenden Praktiken. Die Hexen brauten aus der Pflanze einen Trank gegen schmerzhafte Menstruation.

Vorsicht, Schwangere dürfen keine Sumpfporst-Elixiere etc. zu sich nehmen. Denn eine zu hohe Dosierung (Grundlage ist individuell unterschiedlich!) kann zu einer Abtreibung führen.

Apotheken-Medikamente: Als Extrakt in wenigen Präparaten enthalten; z.B. Balticod expectorans, Arthrixyl forteLösung, Rhus-Rheuma-Gel. Es gibt auch einige Präparate mit Ledum (aus frischen Porstsprossen).