Grundlage: Wissen und Können

  1. Ständige Wachsamkeit - denn Fehler sind nicht aufhebbar und korrigierbar (s.u. über Eingriffsmöglichkeiten während des Rituals) - "die Rune fährt weg wie ein Panzer/eine Straßenwalze und wälzt alles nieder, was im Weg steht." Nur durch die ständige Kontrolle der Wirksamkeit des Rituals kann man sicher sein, daß das Ritual so wie geplant läuft, nichts daneben geht, kein Willensbruch auftritt und das erwünschte Ziel erreicht wird.

Daher:

  1. Genaues Wissen ums Ziel (emotionslos, aber bewusst unter dem Schutz von M U T !) Das Ziel muß klar erkannt sein, die Seele des Anwenders soll rein und klar sein wie ein Wasserspiegel (dieser ist selbst unbeweglich, reflektiert aber sofort alle Veränderungen). Der Anwender muß gewärtig sein, in die Kräfte korrigierend einzugreifen, wenn sie am Ziel vorbeizugehen drohen, er muß verhindern, daß das Ritual zum Schaden eines anderen (Unbeteiligten) führt; auch ist während des Rituals ist kein Willensbruch zulässig (wie z.B. einfach das Ritual sich selbst überlassen, es ohne Erfolgskontrolle laufen lassen oder gar vorzeitig abbrechen) - wenn etwas schief geht und nicht mehr korrigierbar ist, dann muß der Anwender das Ritual auf sich nehmen und "die Kröte schlucken" und mit den Folgen leben.

  2. Aufgabe vor Erreichen des Zieles ist Willensbruch und Willensbruch hat für den Anwender die selben Folgen wie ein Missbrauch (s.o. !). Willensbruch (das will ich aber nicht mehr - und als Folge der Abbruch oder das sich selbst Überlassen des Rituals) ist immer ein Verstoss gegen eine oder mehrere der großen 3 (MUT)und führt daher zum Verlust des Widerlagers und damit zum Rückschlag.

  3. Welche Veränderungen sollen bewirkt werden bzw. stattfinden ? Der Anwender kennt das Ziel und sein Wollen (was er bewirken will) und muß sich über die Auswirkungen seines Tuns vor Beginn des Rituals klar sein. Während des Rituals muß er immer in der Lage sein, jedes Nachgeben und jede Veränderung im Kraftfeld zu spüren und jederzeit bereit sein, bereits eingetretene Veränderungen am Ziel zu erkennen - das Ritual darf erst dann beendet werden, wenn alle erwarteten Veränderungen am Ziel eingetreten sind (man darf nicht erschrecken, wenn die Realität brutaler ist als erwartet, auch jede daraus resultierende Halbherzigkeit ist zu vermeiden). Es kann zwar während des Rituals Stärke und Richtung der Kraft (der Veränderung) vom Anwender nachkorrigiert werden, aber das Ziel muß präzise und mit der nötigen Kraft getroffen werden.

  4. Herausforderung an den Anwender - zur Korrektur : Das Ziel ist zu hart oder zu weich - er soll nicht übers Ziel hinausschiessen - aber es trotzdem treffen ! Man wird daher die Kräfte weicher oder härter machen und sie präzise immer nur aufs Ziel richten.

  5. Die Gegner des Anwenders:

Die Gegner finden sich nur im Anwender selbst - behindern das Fortsetzen des gewählten Weges - sie sind grausam und hartnäckig, aber nicht böse! Sie sind während des ganzen Lebens in Schach zu halten und zu bekämpfen

  1. Angst = Zweifel an der Wirksamkeit der Selbstkontrolle ! (Anwender erstarrt!). Ist der grösste und hartnäckigste Gegner - bei jedem Ritual wird der Anwender feststellen, daß sich Dinge ereignen, deren Eindruck ihn zu überwältigen droht. Gedanken, die scheinbar nur im Kopf sind führen zu Resultaten - die Naturgesetze scheinen anders zu funktionieren - das bisherige Weltbild kommt ins Wanken - letztendlich kommt er sich den Kräften und Energien, die er ja bewusst freigesetzt hat gegenüber schwach vor erfühlt sich unterlegen und zweifelt an seiner Selbstkontrolle - er wagt sich nicht mehr an die Kräfte heran, weis nichts mehr mit ihnen anzufangen (die Gewalten erscheinen ihm zu gross, um sie zu bewältigen). Er fürchtet sich wie ein kleines Kind und diese Angst stört seine Wachsamkeit, hindert ihm am Lernen und untergräbt sein Selbstbewusstsein - daher gibt er dem Druck dieser Angst nach, da er sie nicht mehr zu überblicken glaubt - und unterliegt so dem ersten Gegner.

  2. Dieser Gegner stellt sich aber überall auf allen esoterischen Wegen dem Anwender entgegen - man wird immer Angst haben und soll besser sich nie wieder an Magie heranwagen.

  3. Klarheit = Selbstüberschätzung, Leichtsinn

  4. Kommt natürlich erst zum Vorschein, wenn man den ersten Gegner - die Angst - besiegt hat. Der Anwender glaubt, daß sein Wissen gross ist - er ist ja über die Furcht hinweggegangen - Magie ist nichts Furchtbares mehr - er ist in sich klar und glaubt, Bescheid zu wissen. Er glaubt, ein grosser Magier zu sein und keine Furcht mehr zu empfinden - vergisst aber dabei, daß er nur ein Mensch ist. Er bleibt ja doch ein Mensch mit Fehlern und Schwächen, die uns allen eigen sind. Dadurch übersieht er, daß er sich irren, daß er im Irrtum sein kann - um nicht an sich selbst zweifeln zu müssen schließt er die Möglichkeit des Irrtums aus ! Dadurch verbaut er sich aber jeden weiteren Weg um zu lernen und so unterliegt er dem zweiten Gegner, da er somit jede weitere Fortentwicklung selbst verhindert. Hat er aber seine Grenzen und Schwächen erkannt, hat er endlich die gesunde Bescheidenheit erreicht, dann hat er diesen Gegner überwunden und kommt parallel zur Fortentwicklung seines Wissens bald an den 3. Gegner !

  5. Unbesiegbarkeit = Übermut - jetzt weiss ich Bescheid, mir kann keiner mehr ! Er glaubt nun, er habe keine grossen Gegner mehr (die Angst wurde überwunden, die eigenen Schwächen wurden erkannt und akzeptiert), fühlt sich frei und meint nun daher, er sei niemand für sein Tun mehr Rechenschaft schuldig. Er ist Herr der Lage und handelt ohne Furcht und mit gebotenem Zweifel an sich selbst, der Einsicht, daß er sich irren kann. Er hat schon viel gelernt und einen hohen Wissensstand - dadurch entsteht die Gefahr des Missbrauches !

  6. Die Kontrolle seines Rituals wird nachlässig - es kann ihn ja niemand zur Verantwortung ziehen - er waltet ohne Verantwortung vor sich hin und das ist Missbrauch und verdirbt ihn, obwohl er ursprünglich seinen esoterischen Weg mit guten und edlen Grundsätzen beschritten hat. Dieser daraus resultierende Übermut ist ein Verstoss gegen eben diese Grundsätze. Er wird selbstgerecht, selbstgefällig und eigensinnig - nicht dumm - und unterliegt so diesem dritten Gegner.

  7. Alter - auch im Alter ist die ständige Wachsamkeit und Selbstkontrolle erforderlich (auch wenn man schon müde ist und es einem nicht mehr interessiert - sonst fängt's mit dem ersten Gegner wieder an !).

Ist der dritte Gegner einmal überwunden - durch die Erkenntnis, daß gerade ein hoher Wissensstand eine ständige eiserne Selbstkontrolle seines Tuns erfordert, daß jedes unkontrollierte esoterisches Wirken einen Verrat an den Grundsätzen darstellt und die Ethik der Lehre immer befolgt werden muß - dann passiert lange nichts. Allerdings schleicht sich mit den Jahren der vierte Gegner klammheimlich heran - man ist nicht mehr jung und frisch und wird müde - alles erscheint mehr und mehr unwichtig und nutzlos, auch das Wissen, das man sich all die Jahre mühevoll angeeignet hat. Er will seine Ruhe haben und alles einfach hinwerfen. Wenn er daher diesem Drang nachgibt - alles wie Ballast über Bord zu werfen - er will ja nicht mehr - dann unterliegt er dem vierten Gegner. Er bemerkt, daß die Wachsamkeit und Kontrolle aller Gegner von innen (die beschriebenen Gegner), aber auch von außen nachlässt - und plötzlich sind alle Gegner, die bisher überwunden und kontrolliert schienen wieder da !

ER HAT SEINE UMGEBUNG GESTALTET UND DAMIT SEINE MITMENSCHEN (DIE IHN UMGEBENDE MASSE) GEFORMT.

Seine Grösse, seine Wirksamkeit, seine Duldung und sein Ratschlag war für seine Umgebung stets eine Grösse. Seine Zuneigung zum Menschen, seine Geduld und seine Freundlichkeit haben seinen Kreis geformt. WEIL ER SEINE GEGNER BESTÄNDIG UND STÄNDIG KONTROLLIERT HATTE!!

Wenn er dem vierten Gegner, dem Alter, nachgibt, dann verliert er alles, was bis dato für ihn wichtig war und damit sich selbst. Seine Furchtlosigkeit, sein ständig sich zu Rate ziehen, seine Selbstkontrolle, seine Wachsamkeit hat er ja - dem Druck des Alters nachgebend - weggeworfen. Der vierte Gegner kann nur durch ständige Wachsamkeit - auch im hohen Alter - in Zaum gehalten werden.