Selbstkontrolle

Der sich entwickelnde Anwender hat bereits einen gewissen Wissenstand erreicht - er weiss über die Kräfte Bescheid, weiss sich auch einzusetzen, hat die Gegen er unter Kontrolle und beachtet die vorhergehenden Regeln - die Selbstkontrolle ist wesentlich, um dem dritten und vierten Gegner die Stirn zu bieten und vor allem, um sein eigenes Tun ständig zu überwachen. Sie lässt ihn jeden möglichen Missbrauch rechtzeitig vorhersehen - der Anwender muß die Herrschaft über sein Denken und Fühlen ständig in sich tragen - er muß sich dieser Herrschaft sicher sein, er darf die Dinge nicht einfach laufen lassen.

Sein Wille steht ja ausser Zweifel und er weiss Bescheid über die Auswirkungen seiner Rituale und seine Möglichkeiten - er kennt seine Gegner und hat sie, soweit sie ihm bereits entgegen traten unterworfen - allerdings besteht noch immer die Gefahr, so es ihm an Wille- und Glaubensstärke mangelt und er sein Denken und Fühlen nicht fest im Griff hat, daß er im Ritual zeitweilig ohne die nötige Selbstkontrolle agiert. Dann hat er aber sicher Schwierigkeiten mit dem zweiten und vor allem mit dem dritten Gegener.

Die Selbstkontrolle verhindert, daß der Anwender seinen Unmut, seine privaten Probleme, seinen Zorn in ein Ritual umsetzt - man darf keine Zornmagie betreiben (die Kräfte sind ja wirksam - sie wirken sich aus - es besteht kein Willensbruch - das Ziel ist klar erkannt - er sieht die zu erwartenden Veränderungen voraus - allerdings im Zorn und unkontrolliert; es gibt zwar keinen Rückschlag, keine Bestrafung des Anwenders durch die Runen - aber das Ritual wird im Übermaß wirksam - und das ist nicht erstrebenswert, da man unkontrolliert mit Kräften umgeht, die jemandem schaden können und man vor allem Kräfte in einem Übermass benutzt, was nicht mehr sinnhaft, sondern für die Harmonie störend und vielleicht auch ungerecht ist - unkontrollierter Einsatz von Kräften ist daher auch Missbrauch !).

Nur die Selbstkontrolle - der wache Verstand, der starke unbeugsame Willen und der klare Geist - ist der richtige Ratgeber für den Anwender und verhindert den Missbrauch bereits im Entstehen.

Daher: kein Zweifel - kein Dogma - kein Zorn!

Nochmals: keine Zornmagie - man wird zwar nicht unmittelbar gestraft, trotzdem ist es Missbrauch, für den man irgendwann einmal einstehen muß ! Es ist eines Runen-Anwenders unwürdig, sich im Zorn gehen zu lassen. Schliesslich steht er vor den Scherben seines Tuns und muß damit auch leben, wenn sein Zorn schon verraucht ist...